Die Asiatische Tigermücke wirksam bekämpfen
21.09.2026
Gemeinsam gegen die Ausbreitung – Schritt für Schritt durch das JahrDie Asiatische Tigermücke ist eine invasive Mückenart, die sich zunehmend in unseren Breiten ansiedelt. Da sie von Natur aus keine Krankheitserreger in sich trägt, besteht aktuell in Deutschland kein akutes Übertragungsrisiko (z. B. für Dengue- oder Chikungunya-Viren). Dennoch ist Vorsicht geboten: Um eine Massenvermehrung und zukünftige Gesundheitsrisiken von vornherein zu verhindern, ist die konsequente Beseitigung potenzieller Brutstätten das wirksamste Mittel.
Herbst & Winter: Die wichtigste Zeit zur Vorsorge
Die Tigermücke überwintert bevorzugt als Ei in kleinsten Wasseransammlungen. Da die Eier unempfindlich gegenüber leichtem Frost und Trockenheit sind, entscheidet die Gartenpflege im Herbst darüber, wie viele Mücken im nächsten Frühjahr schlüpfen.
Behälter entleeren, gründlich reinigen und trocken lagern:
Gießkannen, Blumentopfuntersetzer, Vogeltränken, Eimer, Planschbecken und Sandspielzeug vollständig ausleeren.
Schütten Sie Restwasser immer auf versickerungsfähigem Boden (z. B. Blumenbeete) aus – nicht in Straßengullys.
Die Mücken-Weibchen kleben ihre Eier extrem fest an die Innenwände der Behältnisse. Ein einfaches Ausspülen mit dem Gartenschlauch genügt nicht!
Tipp: Schrubben Sie die Innenränder mit einer Bürste ab oder spülen Sie die Gefäße mit heißem Wasser (60–70 °C) aus, um die Eier zuverlässig abzutöten.
Lagern Sie Gefäße über den Winter trocken und möglichst kopfüber oder abgedeckt, damit sich kein Regenwasser sammeln kann.
Regentonnen sichern:
Decken Sie Fässer mit einem engmaschigen Netz (Maschenweite max. 1 mm) lückenlos ab. Das Netz muss straff befestigt sein und über der Wasseroberfläche bleiben.
Rinnen & Ritzen säubern:
Dachrinnen, Fallrohre und Abläufe von Laub befreien, um Wasserstau zu vermeiden. Kleine Hohlräume (z. B. in Zaunpfählen oder Schirmständern) können mit Sand aufgefüllt werden.
Frühjahr & Sommer (April bis September/Oktober): Brutstätten stoppen
Ab den ersten warmen Frühlingstagen gilt: Vermeiden, Abdichten und gezielt Behandeln.
Wöchentliche Routine (ohne Bti):
Kontrollieren und leeren Sie offene Wasseransammlungen einmal pro Woche aus. Bereits geschlüpfte Larven werden so beseitigt; anhaftende Eier sollten weiterhin mit heißem Wasser/Bürste entfernt werden.
Biologische Bekämpfung mit Bti:
Wasserstellen, die nicht dauerhaft abgedichtet oder entleert werden können (z. B. Regenfässer, Entwässerungsrinnen, Gullys), sollten von Mitte April bis Ende September/Anfang Oktober alle 14 Tage mit Bti-Tabletten behandelt werden.
Was ist Bti?
- Ein biologisch abbaubarer Eiweißkristall des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis israelensis. Er wirkt hochselektiv nur gegen Mückenlarven.
- Harmlos für andere Lebewesen: Weder Mensch noch Haustiere (Hunde, Katzen) noch Nützlinge (Bienen, Igel, Vögel, Amphibien) nehmen Schaden.
- Erhältlichkeit: Bti-Tabletten (z. B. von Neudorff, Culinex) sind frei im Gartenfachhandel, Baumarkt oder online erhältlich.
- Richtige Dosierung & Anwendung:
Große Behälter (Regentonnen): 1 Tablette reicht für ca. 50 Liter Wasser und wird direkt hineingegeben.
Viele kleine Brutstätten (Gullys, Rinnen, Untersetzer): Lösen Sie eine Tablette in lauwarmem Wasser auf und verteilen Sie die Mischung mit der Gießkanne.
Wichtig: Die angerührte Bti-Lösung innerhalb von 2 bis 3 Tagen verbrauchen (bei Lagerung kühl und schattig stellen), da der Wirkstoff sonst inaktiv wird.
Wichtig: Nachbarschaft einbinden!
Tigermücken sind keine weiten Flieger; ihr Flugradius beträgt meist nur wenige hundert Meter. Wer eine Tigermücke im Garten bemerkt, hat die Brutstätte meist direkt vor Ort oder auf dem Nachbargrundstück.
Sprechen Sie sich daher mit Ihren Nachbarn ab. Die Bekämpfung ist nur dann dauerhaft erfolgreich, wenn alle mitmachen!